Wofür steht OEE?
Für Overall Equipment Effectiveness, deutsch Gesamtanlageneffektivität. Sie ist das Produkt aus Verfügbarkeit, Leistungsgrad und Qualitätsgrad und drückt aus, wie viel der geplanten Produktionszeit Gutteile mit Auslegungsgeschwindigkeit erzeugt hat.
Wie wird OEE berechnet?
Verfügbarkeit (Laufzeit ÷ geplante Produktionszeit) × Leistungsgrad (ideale Zykluszeit × Gesamtstückzahl ÷ Laufzeit) × Qualitätsgrad (Gutteile ÷ Gesamtstückzahl). Gleichwertig: Gutteile ÷ theoretisches Maximum in der geplanten Produktionszeit. Weichen beide Wege voneinander ab, ist eine Eingangsgröße uneinheitlich definiert.
Zählen geplante Stillstände in die OEE?
Nein — geplante Stillstände wie Pausen, eingeplante Instandhaltung und nicht eingeplante Schichten bleiben außerhalb des Nenners. Genau deshalb lässt sich OEE aufblähen, indem wiederkehrende Stillstände als geplant umgebucht werden, und genau deshalb müssen die Regeln dafür schriftlich fixiert und unverändert bleiben.
Sind 85 % OEE wirklich Weltklasse?
Es ist ein Zielwert, kein beobachteter Durchschnitt. Er stammt aus einem TPM-Benchmark aus 90 % Verfügbarkeit × 95 % Leistungsgrad × 99 % Qualitätsgrad = 84,6 %. Ohne diese Komponenten übernommen sagt er wenig: Ein Werk mit 92 % Qualität hat eine harte Obergrenze von 78,7 %, unabhängig von der Instandhaltung.
Was ist eine gute OEE für mein Werk?
Besser als die eigene gemessene Ausgangslage, Faktor für Faktor. Veröffentlichte Branchendurchschnitte nennen selten ihre Regeln für geplante Zeit oder ob Rüstvorgänge mitgezählt wurden, sodass zwei Werke mit derselben Zahl Verschiedenes messen können. Vier Wochen unter festen Regeln messen, zerlegen und das Ziel auf den schwächsten Faktor setzen.
Was ist der Unterschied zwischen OEE und TEEP?
Der Nenner. OEE misst gegen die geplante Produktionszeit, TEEP gegen die Kalenderzeit — alle 168 Stunden einer Woche. Ein Werk mit 66 % OEE im Einschichtbetrieb an fünf Tagen liegt bei rund 16 % TEEP, was kein Versagen ist, sondern eine Aussage über freie Kapazität statt über Anlagenleistung.
Was sind die sechs großen Verluste?
Störungen sowie Rüsten und Justieren (Verfügbarkeit); Leerlauf mit Kurzstillständen und verringerte Geschwindigkeit (Leistungsgrad); Anlauf- und Produktionsausschuss (Qualitätsgrad). Kurzstillstände werden am stärksten untererfasst: einzeln zu kurz zum Protokollieren, in Summe oft der größte Leistungsverlust.
Brauche ich eine OEE-Software?
Für den Anfang nicht. Eine Tabellenkalkulation mit festen Definitionen und manueller Erfassung liefert an einer Linie eine brauchbare Ausgangslage. Automatische Erfassung lohnt sich, sobald Kurzstillstände als Hauptverlust vermutet werden — denn genau die kann manuelle Protokollierung nicht abbilden. Auch automatische Daten brauchen aber menschliche Grundcodes, um handlungsfähig zu sein.
Misst Yamazo Studio die OEE?
Nein. Studio ist ein Produkt für Video-Zeitstudien und Arbeitsmessung — es misst manuellen Arbeitsinhalt, klassifiziert wertschöpfende, bedingt wertschöpfende und Verschwendungszeit, erstellt Yamazumi-Diagramme und Standardarbeitsdokumente und läuft vollständig offline. Es ist kein OEE-Monitoringsystem und verbindet sich nicht mit Maschinensignalen. Für die Rechnung selbst gibt es auf dieser Seite einen kostenlosen OEE-Rechner.
Ist OEE an einer manuellen Montagelinie sinnvoll?
Selten. Ohne Maschinenzyklus als Bezug werden Verfügbarkeit und Leistungsgrad zu Artefakten der "idealen Rate", die Sie einem Menschen zuweisen. Manuelle Linien führt man besser über Takterfüllung, Ausgleichsgrad und Analyse des Arbeitsinhalts — Größen, die für menschliche Arbeit gebaut und nicht von Anlagen entliehen sind.